telegramm

23.12.2009

Brücke über die Meerenge von Messina

Der pompöse Startschuss fällt aus, der Mailänder Dom im Gesicht des italienischen Ministerpräsidenten verzögert die glanzvolle Setzung eines ersten Spatenstichs im Beisein der talentiertesten Selbstdarsteller südeuropäischer Politik. Macht aber nichts, bei den nun beginnenden Bauarbeiten am Stretto di Messina geht es ohnehin nicht um die Brücke selbst, sondern um die Verlegung von Eisenbahninfrastruktur.
Sollte die mehr als nebulös erscheinende Finanzierung jemals nach Wunsch der Verantwortlichen zu leisten sein, wird die Brücke zwischen Skylla und Charybdis mit ihrer Hauptspannweite von 3300 m die bislang am weitesten gespannte Brücke – die Akashi-Kaikyō-Brücke im japanischen Kobe (Mittelspannweite: 1990,8 m) – in den Schatten stellen. Zweifel am Sinn der Investition gibt es schon lange – ähnlich wie bei vielerlei anderen Großprojekten (Berliner Stadtschloss, Stuttgart 21, ...) geht es aber weniger um den tatsächlichen Nutzen als vielmehr um die Fragen, wer letztlich daran verdient und wer seinen Machtanspruch durchsetzt.

Die eigens eingerichtete Website www.strettodimessina.it wird derzeit überarbeitet, informieren Sie sich daher bei: Structurae – Brücke über die Meerenge von Messina

die db-Redaktion wünscht frohe Festtage und ein neues Jahr mit Sinn und Verstand.